Eiskalt: Wiener Krimi am Dachboden

Robert Sommer, Gerhard Hadinger, Haldis Scheicher und Rudi

Foto: Republik Reinprechtsdorf

Wenn an einem Donnerstagabend Menschen auf alten Sofas sitzen und auf eine Leinwand schauen, ist das nicht ungewöhnlich. Wenn die Sofas aber auf einem eiskalten Rohdachboden mitten in Wien stehen, könnte man schon Anderes vermuten. Illegale Machenschaften? Ein konspiratives Treffen? Oder der Keim einer Revolution? Vor allem wenn eine Präsidentin, ein Journalist und ein Bürgerrechtler zu dem Treffen luden, um über dunkle Machenschaften, undurchsichtige Vorgänge und zerstörte Gebäude zu sprechen.

Die Präsidentin Haldis Scheicher (BI Republik Reinprechtsdorf), der Chefredakteur des Augustins Robert Sommer und der Bürgerrechtler Gerhard Hadinger hatten zu einem Vortrag über die Verbauungen Am Steinhof geladen.

Gerhard Hadinger engagiert sich seit Jahren gegen die geplante und zum Teil schon begonnene Privatisierung und Verbauung des Steinhof-Areals. Er erzählte die Kriminalgeschichte der Verscherbelung des Otto Wagner-Spitals.

Statt eines der wenigen geschlossenen Jugendstilensembles der Welt zu erhalten, plant die Stadt Wien die Spitalsanlage abzusiedeln, die Grundstücke zu privatisieren und Luxus-Wohnbauten zu errichten. 176 teils hundertjährige Bäume sollen der Bauwut zum Opfer fallen. Ein Teil des Areals wurde bereits verbaut. Inzwischen verfallen am Gelände das Kurhaus, das Jugendstiltheater und das Gebäude der ehemalige Pathologie. Der ganze Krimi ist bei www.steinhof-erhalten.at nachzulesen.

Den Zuhörern wurde während der Präsentation nicht nur wegen dem Oktoberwetter am zugigen Dachboden eiskalt, sondern wegen der Verhöckerung von Gemeingut und der Zerstörung von einzigartigen Kulturgütern.

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